Piadine Caprese

Piadine-Caprese_1

Italophile mögen mir verzeihen, daß ich dieses klassische italienische Fladenbrot ein wenig anders interpretiere. Vor Jahren, als ich auf Chefkoch.de meine Serie „Hias’ Mitternachts-Snacks“ publiziert habe – das sind kleine Gerichte, die man gut vorbereiten, einfrieren und bei Bedarf schnell auftauen und fertigstellen kann, falls einen um Mitternacht noch ein knurrender Magen ereilt – habe ich dieses sommerliche Knabbergebäck kreiert, aber bislang nie online gestellt.

Piadine sind ursprünglich aus der Romagna stammende, dünne Fladenbrote, die man als Beilage zu Salaten, Antipasti, Käse, Schinken isst. In Piadinerias bekommt man sie aber auch teils opulent gefüllt angeboten.

Eigentlich benötigt man ein Treibmittel wie Hirschhornsalz oder Backpulver. Ich jedoch verwende mein eigenes Hausrezept für Flammkuchenteig. Das einzige Treibmittel ist hier etwas Weißwein, der den Teig schön flauschig macht. Und es hat den Vorteil, daß man die übrigen 700 ml Weißwein so trinken muß, ganz nach dem Motto: Ein Schluck Wein ins Essen, den Rest in den Koch...

Bezüglich der Füllung sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Man kann noch feinen Schinken dazugeben, durch gehobelten Parmesan mehr Geschmack hineinbringen, getrocknete Tomaten oder Pinienkerne verwenden. Die Piadine schmecken heiß, lauwarm oder kalt – einfach als Knabbergebäck zu einem guten Glas Wein. Salute!

Gesamtzutaten (für 8 Piadine à ca. 125 g = 1 kg)

  • 200 g Wasser, kalt
  • 50 g Weißwein, trocken
  • 400 g Weizenmehl 550
  • 20 g Olivenöl
  • 15 g Salz
  • 600 g Mini-Tomaten
  • 375 g Büffel-Mozzarella
  • Basilikum, frisch

Zubereitung

 Teig

  • 200 g Wasser, kalt
  • 50 g Weißwein, trocken
  • 15 g Salz
  • 20 g Olivenöl
  • 400 g Weizenmehl 550

5 Minuten schnell kneten, dann den Teig 30 Minuten abgedeckt ruhen lassen.

Füllung

Mittlerweile die Tomaten zu ca. 3 mm dünnen Scheiben schneiden und den Schlonz (also das Samen-Gedöns) entfernen. Das geht am besten, indem man die Scheiben mit den Fingern leicht ausdrückt. Mozzarella ebenfalls in dünne Scheiben schneiden, das Basilikum zu groben Stücken rupfen. Den Ofen auf 280°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

 Teiglinge

Den Teig in 8 Stücke teilen und locker rundwirken, abgedeckt 15 Minuten ruhen lassen, bis sie schön entspannt und flauschig sind.

Die Teiglinge zu sehr dünnen Fladen von ca. 25–30 cm Durchmesser ausrollen. Jeweils eine Hälfte mit Tomaten, Mozzarella und Basilikum belegen, kräftig salzen und pfeffern. Die andere Teighälfte darüberklappen und an den Rändern andrücken. Nun mit dem Nudelholz sehr vorsichtig auf etwa 3–5 mm Dicke ausrollen. Überschüssiges Mehl abpinseln und die Piadine mit einer Gabel mehrfach einstechen.

Insgesamt ca. 12 Minuten goldbraun backen, nach der Hälfte der Backzeit wenden. Wenn Euer Ofen keine 280°C leistet, verlängert sich die Backzeit entsprechend. Insgesamt benötigt Ihr für 8 Piadine 4 Backvorgänge, da 2 auf ein Blech passen. Das ist die goldene 8-4-2-Piadine-Regel. :-)

Die Piadine lassen sich gut einfrieren und nach Bedarf, wenn etwa liebe Gäste kommen, fertig backen. Die Backzeit um einige Minuten verkürzen, die Piadine sofort nach dem Abkühlen einfrieren. Wenn Euch der Appetit übermannt oder eben Überraschungsgäste vor der Türe stehen, die Fladen aus dem TK holen, den Ofen auf höchste Stufe vorheizen und die Piadine 1–2 lang Minuten aufbacken.

Rezept als PDF  (mit Zeitplan)

Piadine-Caprese_2

 

Share Button