Tarte à l’orange

Tarte_Orange

Wer die Bitternote von Orangenmarmelade mag, wird auch diese Tarte mögen – ansonsten rate ich von diesem Rezept ab… Ich wollte einfach mal eine Tarte nach Art der Schwestern Tatin statt wie im Original mit Äpfeln mit Orangen backen, und dabei hat mich nicht zuletzt die zu erwartende Optik gereizt.

Die Tarte schmeckt sehr intensiv nach Orange. Ich empfehle, ungesüßte Schlagsahne oder Crème frâiche dazu zu reichen. Natürlich kann man auch die Orangenschicht nach dem Vorbacken mit einer Creme aus gut abgetropftem Quark oder Frischkäse bestreichen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Es empfiehlt sich, möglichst dünnschalige Orangen zu verwenden, denn das Bittere steckt in der weißen Unterschale. Ich  habe leider nur diese recht dickschaligen Apfelsinen bekommen. Das nächste Mal werde ich diese Tarte mit Kumquats backen.

Nachdem ich schon zwei Keramik-Pie-Formen geschrottet habe, indem ich das Karamell, wie in vielen Rezepten beschrieben, in der Form direkt auf der Herdplatte zubereiten wollte, habe ich dazugelernt. Somit gibt mein Rezept zugleich Hinweise, wie man eine Tarte Tatin zubereitet, ohne seinen wertvollen Hausrat zu dezimieren.

Gesamtzutaten  (für eine Pie-Form mit 26 – 30 cm Durchmesser)

  • 180 g Weizenmehl 405
  • 90 g Butter
  • 20 g Puderzucker (für den Teig)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 5–6 Orangen (Bio, unbehandelt)
  • 100 g Orangensaft
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • ½ Vanilleschote
  • 125 g Zucker (für den Karamell)
  • 40 g Walnüsse (oder andere Nüsse, Pistazien, Pinienkerne…)
  • 100 ml Orangen-Liqueur

Zubereitung

Mehl, Puderzucker, Ei, Salz und die zu kleinen Stückchen geschnittene Butter zunächst mit einem Messer oder einem Handrührgerät mit Knethacken bröselig hacken, dann mit den Fingern zügig zu einem homogenen Teig verkneten. Wird der Teig zu trocken, 1–2 EL eiskaltes Wasser unterkneten. Den Teig zu einer Kugel formen und im Kühlschrank zwischenlagern.

Den Backofen auf 180°C vorheizen, dabei die Pie-Form mit aufheizen.

Orangensaft und etwas Zitronensaft in einem (nicht beschichteten!) Topf erwärmen. Die Vanilleschote aufschlitzen, das Mark herausschaben und zusammen mit der Schale zum Saft geben. Auf etwa die halbe Menge einreduzieren lassen, die Schote entfernen.

Nun den Zucker dazugeben und so lange unter regelmäßigem Rühren köcheln lassen, bis die Masse anfängt, zu karamellisieren. Die grob gehackten Nüsse dazugeben. Nur noch kurz karamellisieren lassen, den Topf frühzeitig von der Platte ziehen, damit die Karamellmasse nicht zu dunkel wird.

Während der Rührpausen die Orangen unter heißem Wasser abbürsten, abtrocknen und mitsamt der Schale in dünne Scheiben schneiden, so 3–4 mm Dicke wären ideal.

Die Karamellmasse in die vorgeheizte Pie-Form geben und darin verteilen. Das ist nun mein Trick: Heizt man die Form nicht vor, erstarrt die Masse sofort und läßt sich nicht mehr ausbreiten.

Von der Mitte beginnend die Orangenscheiben dachziegelartig in die Form legen, ggfs. mehrlagig. Den Orangen-Liqueur darübergießen und die Form für 15–20 Minuten ins untere Drittel des Ofen stellen, um die Orangen vorzugaren.

Mittlerweile den Teig zwischen zwei Schichten Frischhaltefolie kreisrund ausrollen, etwas größer, als die Tarteform. Die Teigplatte auf die Orangen legen und am Rand rundherum etwas nach unten drücken. Den Teig mehrfach mit einer Gabel einstechen.

30–35 Minuten backen, dabei darauf achten, daß die Tarte nicht zu dunkel wird. 10 Minuten etwas abkühlen lassen, eine Kuchenplatte auf die Torte legen und – schwupps – schnell umdrehen. Während des Abkühlens saugt sich der Boden mit dem ausgetretenen Saft voll, ohne jedoch gänzlich seine Knusprigkeit zu verlieren.

Rezept als PDF:  Tarte à l'orange

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